Bauern brachten Tiere, Technik und Tradition auf die Wiesn


Nach einem traumhaften Wiesn-Wochenende und insgesamt neun Tagen ging am Sonntagabend, den 25. September 2016,  das 126. Bayerische Zentral-Landwirtschaftsfest (ZLF) zu Ende. Der Bayerische Bauernverband als Veranstalter zieht eine positive Bilanz.

Dem Regen der ersten Tage und der Sicherheitsdiskussion im Vorfeld zum Trotz sind rund 280.000 Besucher aus dem In- und Ausland zum Landwirtschaftsfest gekommen. Sie nutzten die Gelegenheit, um sich direkt neben dem Oktoberfest über die Land-, Forst und Ernährungswirtschaft zu informieren und sorgten für eine ausgesprochen gute Stimmung auf dem Südteil der Theresienwiese.

Die neueste Technik und Trends für die Arbeit auf den Feldern, im Stall und im Wald zeigten 650 Aussteller auf dem ZLF-Freigelände und in den 15 Ausstellungshallen. Im Tierzelt, im Milchviehstall, am Schweinemobil sowie auf dem gesamten Gelände erlebten Besucher die bayerische Land- und Forstwirtschaft hautnah.

Aus dem „Centrallandwirthschaftsfest“ 1812 ist in den folgenden Jahren das weltberühmte Münchner Oktoberfest entstanden. Das Landwirtschaftsfest ist die Mutter der Wiesn. Seit seiner Entstehung vor über 200 Jahren ist die Veranstaltung ein Umschlagplatz für neue Techniken, Erkenntnisse und Methoden.

1864 wurden zum Beispiel die Versuche von Justus von Liebig zum Kartoffelanbau präsentiert, 1877 wurde hier zum ersten Mal die Sojabohne gezeigt. In diesem Jahr stand in Sachen Technik die Digitalisierung im Mittelpunkt. Mit dem Milchviehstall und dem Schweinemobil zeigten die ZLF-Veranstalter moderne Haltungsformen in der Tierhaltung.

Damit ist das ZLF viel mehr als eine Traditionsschau. Es ist Fachmesse, ein wichtiger Treffpunkt für Menschen aus allen Regionen Bayerns und für ein interessiertes Publikum aus dem Ausland – und nicht zuletzt auch eine herausragende Möglichkeit, bei der sich die gesamte Branche den Verbraucherinnen und Verbrauchern präsentieren konnte.

Die Wiesnbesucher können die einzigartige Atmosphäre auf dem ZLF-Dorfplatz und im „Festzelt Tradition“ noch bis zum Ende des Oktoberfests am 3. Oktober genießen. Der Eintritt kostet dann 2 Euro.




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Schmankerl vom Bauernhof auf dem ZLF

Von Apfel bis Zwiebel – auf dem Bayerischen Zentral-Landwirtschaftsfest vom 17. bis 25. September 2016 steht jeden Tag ein anderes Schmankerl vom Bauernhof im Mittelpunkt. An den „Spezialitätentagen“ erhalten die Besucher Kostproben, aber auch vielerlei Informationen direkt vom Erzeuger.

Am Samstag, 17. September, hat der Apfel seinen großen Auftritt. Gemeinsam informieren der Bayerische Bauernverband (BBV) und die Lindauer Obstbauern über die Ernte. Kostproben gibt’s von den Apfelsorten Elstar und Gala sowie der Birnensorte Conference.

Am Sonntag, 18. September, dreht sich alles um Zwetschgen aus Franken. Die typisch blauviolette bayerische Zwetschge mit ihrer länglichen Form und einem spitzen Ende ist etwas ganz Besonderes. Besucher können sich vom besonderen Geschmack der Früchte überzeugen. Natürlich darf auch der Zwetschgenschnaps nicht fehlen, immerhin wird circa ein Drittel der bayerischen Ernte direkt zu Alkohol weiterverarbeitet.

Am Montag, 19. September, bekommt das zweite bayerische Nationalgetränk die ganz große Bühne: Milch. Nach Angaben der Landesvereinigung der Bayerischen Milchwirtschaft (LVBM) hielten 2015 rund 30.000 Erzeuger in Bayern 1,21 Millionen Milchkühe und lieferten an 84 Molkereien im Freistaat. Insgesamt wurden so 7.688.660t Milch zu verschiedenen hochwertigen Milchprodukten verarbeitet.

Am Spezialitätentag „Fleisch“ (Dienstag, 20. September) informieren Erzeuger und Vermarkter unter anderem über das Label „Geprüfte Qualität Bayern“, das bei Fleischprodukten u. a. die bayerische Herkunft und Aufzucht der Tiere gewährleistet. Zudem wird die Firma Wolf aus Schwandorf Kostproben ihres umfangreichen Sortiments aus Wurst- und Fleischspezialitäten kostenlos an interessierte Besucher ausgeben.

Am Mittwoch, 21. September, kommen Gemüsefans auf ihre Kosten. Knoblauchsländer Gemüsebauern stellen die Vielfalt an heimischem Gemüse vor. Natürlich gibt es auch Kostproben zum Knabbern. Das Knoblauchsland, eingebettet im Städtedreieck Nürnberg, Fürth, Erlangen, ist das größte Anbaugebiet für Frischgemüse in Bayern. Dort bewirtschaften etwa 120 Gemüsebaubetriebe eine landwirtschaftliche Nutzfläche von 2.200 Hektar. Davon sind etwa 1.500 Hektar reine Gemüsebaufläche im Freiland und ca. 70 Hektar unter Hochglas.

„Bier und Brot“ stehen täglich auf der Speisekarte im Festzelt Tradition, trotzdem geht es am Donnerstag, 22. September, ganz speziell um die Erzeugnisse aus Getreide. Mit knapp 20 Prozent (18,1 %) weist Bayern den höchsten Flächenanteil an der Getreideanbaufläche in Deutschland auf. Die flächenstärksten Getreidearten sind dabei Winterweizen und Wintergerste. Die mit Abstand bedeutendste Sommergetreideart ist die Sommergerste, die häufig als Braugerste verwendet wird.

Beim Spezialitätentag „Bayerischer Meerrettich“ am Freitag, 23. September, besteigt der König der Schärfe den Thron. Vorgestellt werden Anbau, Ernte und Verarbeitung von Meerrettich. Natürlich gibt es auch Meerrettich-Spezialitäten in den verschiedenen Zubereitungsvarianten zum Probieren. Dabei sind auch die Baiersdorfer Krenweiber und die Bayerische Meerrettichkönigin Lea I. Als besondere Spezialität ist Bayerischer Meerrettich seit 2007 europaweit als geschützte geografische Angabe (g.g.A.) geschützt.

Das Zwiebelland Bayern präsentiert sich am Samstag, 24. September. Besucher sind eingeladen, die verschiedenen Zwiebelsorten zu bestaunen und sich über die zahlreichen Verwendungsmöglichkeiten der Frucht zu informieren. Mit dabei ist natürlich die neu gekrönte Bayerische Zwiebelkönigin Elisabeth Schweiger aus Pettendorf. Mit gut 2.000 Hektar und einem Anteil von 20 Prozent am Gesamtanbau in Deutschland ist Bayern wirklich das Zwiebelland. Das „Zwiebeldreieck“ zwischen Straubing, Plattling und Landau gilt als größtes zusammenhängendes Anbaugebiet in Deutschland.

Der letzte Wiesn-Sonntag, 25. September, gehört der Bayerischen Kartoffel. Die heimischen Erzeuger erwarten heuer eine durchschnittliche Ernte. Welche wertvollen Inhaltsstoffe in der tollen Knolle stecken, darüber informieren Kartoffelbauern am Spezialitätentag. Zudem winkt ein besonderes Highlight: die Präsentation des Kalenders „Heiße Kartoffel 2017“.

Alle Infoveranstaltungen und Aktionen zu den Spezialitätentagen finden in Halle 9 von 9 bis 18 Uhr statt.

http://www.zlf.de

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